Ken Zen Kan Heidelberg e.V.

Kendo ist ein Kampfsport, in dem Wettkämpfe ausgetragen werden, deren faire und ordnungsgemäße Durchführung durch einige durch die Zen Nihon Kendo Renmei aufgestellte Regeln sichergestellt wird:

Regeln zur Ausrüstung

Die Teilnahme an Wettkämpfen erfordert eine geeignete Ausrüstung, wobei insbesondere die Größe und das Gewicht der verwendeten Shinai explizit geregelt sind:

Für den Kampf mit einem langen Shinai (Itto) gilt:

Länge des Shinai:

Jugendliche von 12-15 Jahren:

max. 114 cm

Jugendliche von 15-18 Jahren:

max. 117 cm

Erwachsene ab 18 Jahren:

max. 120 cm

Gewicht des Shinai:

 

Männer

Frauen

Jugendliche von 12-15 Jahren:

min. 440 gr 

min. 400 gr 

Jugendliche von 15-18 Jahren:

min. 480 gr

min. 420 gr

Erwachsene ab 18 Jahren:

min. 510 gr.

min. 440 gr

Durchmesser der Shinaispitze:

 

Männer

Frauen

Jugendliche von 12-15 Jahren:

min. 25 mm

min. 24 mm

Jugendliche von 15-18 Jahren:

min. 26 mm

min. 25 mm

Erwachsene ab 18 Jahren:

min. 26 mm

min. 25 mm

Für den Kampf mit kurzem und langem Shinai (Nito) gilt:
(für Erwachsene ab 18 Jahren)

Länge des Shinai:

Daito (langes Schwert):

max. 114 cm

Shoto (kurzes Schwert):

max. 62 cm

Gewicht des Shinai:

 

Männer

Frauen

Daito (langes Schwert):

min. 440 gr

min. 400 gr

Shoto (kurzes Schwert):

280 - 300 gr

250 - 280 gr

Durchmesser der Shinaispitze:

 

Männer

Frauen

Daito (langes Schwert):

min. 25 mm

min. 24 mm

Shoto (kurzes Schwert)::

min. 24 mm

min. 24 mm

Regeln zur Wettkampffläche

Der Boden der Wettkampffläche sollte aus Parkett bestehen.


Skizze einer Wettkampffläche

Auf diesem Boden ist die Wettkampffläche zu markieren, bspw. durch Klebeband.

Die Wettkampffläche ist ein Quadrat oder Rechteck mit Seitenlängen zwischen 9 und 11 Metern inklusive der Breite der Seitenmarkierung.

Der Mittelpunkt der Wettkampffläche ist durch ein Kreuz zu kennzeichnen.

In gleichem Abstand zum Mittelpunkt sind beidseitig zwei Standlinien zu ziehen. Deren Abstand zum Mittelpunkt sollte jeweils ungefähr eine Shinai-Länge betragen.

Die Wettkampffläche darf während dem Kampf nicht verlassen werden.

Regeln zum Wettkampf

Kennzeichnung der Kämpfer:

Es kämpfen zwei Kendoka gegeneinander. Der Kämpfer auf der rechten Seite wird mit einem weißen Band, der Kämpfer auf der linken Seite mit einem roten Band gekennzeichnet.

 

Die Bänder können auf der Rückseite an dem Hakama oder an den Bändern des Do befestigt werden.

Wettkampfdauer:

 

Ein Wettkampf dauert in der Regel 5 Minuten. Die Wettkampfdauer kann bei nationalen oder regionalen Wettkämpfen aber auch verringert werden.

Konnte innerhalb dieser Zeit keiner der Kämpfer einen Sieg erringen kommt es zur Verlängerung (ENCHO). Die Verlängerung sollte 3 Minuten dauern, kann aber ebenfalls kürzer ausfallen.

Kampfrichter:

Der Wettkampf wird durch einen Hauptkampfrichter (SHUSHIN) und zwei Nebenkampfrichter (FUKUSHIN) mit gleichen Befugnissen und Stimmrechten überwacht. Der Hauptkampfrichter bestimmt Beginn, Ablauf, Unterbrechung und Ende des Wettkampfs. Hierzu bedient er sich einiger Kommandos.

Jeder Schiedsrichter hält eine weiße Fahne auf der Seite des "weißen" Kämpfers und eine rote Fahne auf der Seite des "roten" Kämpfers. Mit diesen Fahnen können die Schiedsrichter verschiedene Signale geben:

Ippon:
Ein gültiger Hieb oder Stoss, für den ein Punkt vergeben wird. Die Schiedsrichter, die einen Punkt vergeben wollen, heben die Fahne mit der Farbe des Kämpfers, der den entsprechenden Hieb oder Stoß ausgeführt hat.

 

Kein Ippon:
Kein gültiger Hieb oder Stoß. Ist ein Kampfrichter der Meinung, dass ein angezeigter Ippon nicht gültig ist, schwenkt er beide Fahnen vor seinem Körper.

 

Kein Ippon gesehen:
Der Kampfrichter hat keinen gültigen Hieb oder Stoß gesehen und verzichtet auf sein Entscheidungsrecht, indem er die Flaggen vor dem Körper kreuzt.

 

Yame:
Während der Zeit in der der Kampf durch den Hauptkampfrichter gestoppt wurde halten alle Schiedsrichter beide Flaggen senkrecht hoch.

 

Hikiwake:
Unentschiedener Kampf. Der Hauptkampfrichter kreuzt die Flaggen über dem Kopf.

 

Gogi:
Aufruf zur Beratung durch den Hauptschiedsrichter. Hierzu werden beide Flaggen in der rechten Hand über den Kopf gehalten.

 

Wakare:
Die Kämpfenden werden nach passivem Verhalten vom Hauptschiedsrichter getrennt. Der Kampf wird im CHUDAN NO KAMAE wieder aufgenommen. Die Kampfrichter halten die Flagge gerade vor ihrem Körper.

Punkte für gültige Treffer:

Ein Wettkämpfer erhält Punkte für gültige Hiebe oder Stöße, falls mindestens zwei Kampfrichter ein Ippon anzeigen. Er kann ebenfalls einen Punkt erhalten, falls der Gegner einen Fehler oder ein Foul begeht.

Zulässige Hiebe und Stöße müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Hieb oder Stich
  • auf eine gültige Trefferflächen (DATOTSU BUI)
  • mit dem Trefferbereich im vorderen Drittel des Shinai (DATOTSUBU)
  • mit großer Entschlossenheit
  • in richtiger Haltung
  • mit ZANSHIN, also geistiger und körperlicher Wachsamkeit.

Zulässige Trefferflächen sind:

MEN: Stirn, rechte und linke Schläfe

TSUKI: Kehlkopfschutz

 

 

KOTE: Unterarm und Handgelenk rechts und links

DO: rechte und linke Seite des Brustpanzers

 

 

Punkte für Fehler oder Fouls des Gegners:

Punkte können auch für Fehler oder Fehlverhalten des Gegners erteilt werden. Hierzu zählen bspw.:

  • Verlassen der Wettkampffläche (JYOGAI)
  • Hinausstoßen aus der Wettkampffläche (OSHIDASHI / TSUKIDASHI)
  • Shinai fallen lassen (SHINAI HANASHI)
  • Fehlerhafte Fußtechnik (ASHI KAKE / ASHI BARAI)
  • Shinai blockieren, Mit Shinaispitze stoßen, Gegner festhalten, Shinai des Gegners halten, Shinai an der "Klinge" greifen, Auszeit ohne Grund nehmen, Gewalt anwenden, Am Boden liegen ohne eigenen Gegenangriff, Zeit verschwenden (KO SEI O GAISURU KOI)
  • mehrmaliges Verweilen im TSUBA ZERIAI
  • und andere Unsportlichkeiten.

Derartige Fehler oder Fehlverhalten kann eine Verwarnung, einen Strafpunkt, aber auch den Ausschluss aus dem Wettkampf zur Folge haben.

Feststellung des Siegers:

Zur Ermittlung des Siegers wird das SANBON-SHOBU, also eine Drei-Punkte-Zählweise herangezogen: Derjenige Wettkämpfer, der zuerst zwei Punkte erzielt hat, hat den Wettkampf gewonnen. Hat nach Ende der festgelegten Wettkampfzeit nur einer der Wettkämpfer einen Punkt erzielt, wird dieser zum Sieger erklärt.

Haben zum Ende der festgelegten Wettkampfzeit die beiden Wettkämpfer gleich viele Punkte , aber keiner zwei Punkte erzielt, kommt es zur Verlängerung des Kampfes (ENCHO). In der Verlängerung entscheidet der erste erzielte Punkt über den Sieg.

Konnte durch die Verlängerung ebenfalls kein Sieger ermittelt werden kann der Sieger auch durch Schiedsrichterentscheid (HANTEI GACHI) oder per Los ermittelt werden (CHUSEN GACHI).

Der Wettkampf kann auch durch

  • regelwidrige Ausrüstung (FUSEI SHINAI SHIYO)
  • Beleidung (JINKAKU MUSHI)
  • Verweigerung (SHIAI KYOHI)
  • Kampfunfähigkeit (SHIAI FUNO)
  • Unfaires Verhalten (FUHO KOI)
  • Abwesenheit (FUSEN GACHI)

verloren werden.

Besonderheiten im Tournier:

Im Tournier werden die Kämpfer in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Alle Mitglieder dieser Gruppen kämpfen gegeneinander. Der Kämpfer, der am häufigsten gesiegt hat, ist Sieger innerhalb der Gruppe. Die so ermittelten Gruppensieger kämpfen wiederum gegeneinander, bis im Endkampf schließlich nur noch zwei Kämpfer um den Tourniersieg kämpfen.

 

Aus diesem Grund sind allerdings nicht nur die Siege, sondern auch die erzielten Punkte festzuhalten: Haben mehrere Kämpfer einer Gruppe gleich oft gesiegt, wird derjenige Kämpfer zum Sieger der Gruppenkämpfe erklärt, der die meisten Punkte erkämpft hat.