Die Entstehung von Kendo
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 24. Dezember 2009 um 14:28 Uhr Dienstag, den 22. Dezember 2009 um 01:38 Uhr
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Kendo ist eine klassische japanische Kampfsportart und lässt sich ungefähr mit "Schwert-Weg" übersetzen. Die Silbe "Ken" steht dabei für Schwert, während die Silbe "Do" sich als "Lebensweg" interpretieren lässt. Kendo steht damit zugleich für eine physische, aber auch psychische Schulung. |
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Im Jahr 1868 verschwinden die Shogunate, es beginnt mit Kaiser Mutsuhito die Meiji-Periode (1868-1912). Die Samurai-Kaste verliert weiter stark an Macht und Prestige, die Fechtschulen werden geschlossen, 1876 verbietet ein Gesetz den Samurai das Tragen ihrer Schwerter. Eine letzte Revolte der Samurai 1877 wird schnell und rigoros zum Ersticken gebracht. |
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Überhaupt wird versucht, eben diesen geistigen Hintergrund des Kendo stets im Auge zu behalten. Dies gelingt zum einen durch den oft engen Kontakt vieler deutschen Vereine zu japanischen Kendo-Lehrern (Seinseis). Zum anderen wird dies auch dadurch erreicht, dass die "All Japan Kendo Federation" jedes Jahr für ca. 6 Monate einen hochgraduierten japanischen Kendo-Lehrer als Bundestrainer nach Deutschland beordert, der abwechselnd verschiedene Vereine trainiert und durch die Abhaltung von Bundeslehrgängen es auch anderen Vereinen ermöglicht, von seinem Wissen und seinen Fähigkeiten zu lernen.
Neben dem "eigentlichen" Kendo wird die "Nihon-Kendo-Kata" praktiziert. Hierbei handelt es sich um 10 Kata-Formen, die fest vorgegeben sind und ohne Rüstung, aber mit dem Bokuto (Holzschwert) ausgeübt werden. Die Schläge mit dem Schwert werden hierbei nur angedeutet, das heißt wenige Zentimeter vor dem Körper des Gegners gestoppt.
Kendo ist eine klassische japanische Kampfsportart und lässt sich ungefähr mit "Schwert-Weg" übersetzen. Die Silbe "Ken" steht dabei für Schwert, während die Silbe "Do" sich als "Lebensweg" interpretieren lässt. Kendo steht damit zugleich für eine physische, aber auch psychische Schulung.
Zum Zeitpunkt seines Entstehens war "Kendo" im historischen Japan lediglich eine Zusammensetzung verschiedener Schwert-Kampftechniken. Das Alltagstraining, in dem die Techniken angeeignet und verfeinert wurden, diente zur Vorbereitung auf den Ernstfall. Auf dem Schlachtfeld konnten sie unter Einsatz des eigenen Lebens auf ihre Effektivität erprobt werden.
Die Wurzeln der Verherrlichung des Schwertes (Ken) als "höheres Symbol" liegen in der der Kamakura-Periode (Kamakura war im Jahr 1192 das Hauptquartier des Shogun Yoritomi). Sieben Jahrhunderte Lang wurde das Schwert zur "Seele Japans".
Im Jahr 1603 enden ziemlich rasch alle Kriege, die Wehrmächte lösen sich auf, die Kaste der Samurai schrumpft, besitzt keine Macht und im Frieden keine Aufgabe mehr. Dennoch erfahren ihr Ehrencodex wie auch die Fechtschulen in den nächsten hundert Jahren eine enorme Entwicklung. In der Zeit von 1700 bis 1877 werden in den Fechtschulen neue Techniken entwickelt, ebenso neue Schutzvorrichtungen für den Körper und eine neue Waffe, der "Shinai". Der Shinai bestand damals aus einem einzelnen, ganz von Leder umhüllten Bambusrohr. Einige Fechtschulen verweigern sich dieser Entwicklung und beharren auf Katana (eisernes Schwert) und Bokuto (hölzernes Schwert) für Übungen ohne Körperkontakt.
Im Jahr 1868 verschwinden die Shogunate, es beginnt mit Kaiser Mutsuhito die Meiji-Periode (1868-1912). Die Samurai-Kaste verliert weiter stark an Macht und Prestige, die Fechtschulen werden geschlossen, 1876 verbietet ein Gesetz den Samurai das Tragen ihrer Schwerter. Eine letzte Revolte der Samurai 1877 wird schnell und rigoros zum Ersticken gebracht.
Der wichtigste Grund, warum es den "Bushi" (=Samurai) gelang, unbehelligt das ganze Land zu verwalten, liegt in deren fast andächtigen Ergebenheit gegenüber dem Tod. In ihrem Ehrenkodex, aber auch tagtäglich, opferten sich die Bushi in großer Zahl, jedes Mal wenn die Interessen der Gemeinschaft dies verlangten oder die Stabilität des Systems oder eine Verletzung der Regeln dies für notwendig erscheinen ließ. Was der Bushi in den Grenzsituationen auf dem Schlachtfeld erkannte, war die Ehrfurcht vor dem Leben. In der ständigen Ungewissheit, heute das Leben des Gegners, morgen vielleicht das eigene Leben auszulöschen, entwickelte der siegreiche Kämpfer eine ganz bestimmte Lebensanschauung, eine fast religiöse Art, seine Aufgaben aufzufassen, auf der fünf Jahrhunderte später "Kendo" basieren wird.
Es beginnt die dritte Periode der Symbiose zwischen Schwert und japanischer Geschichte: Engagierte Lehrer der Schwertschulen organisieren Vorführungen, wecken die Neugier der Leute, man kann nun geheime Aspekte der alten Kaste erfahren, die früher immer im verborgenen blieben. Den "neuen" Samurai gelingt es, in Schlüsselrollen von Polizei, Militär, Schulen und in der Industrie die Ideen ihrer Lehrer aufrechtzuerhalten und in der Form des Kendo zu etablieren. Am Ende der Meiji-Periode wurde der Schwertkampf erstmals ofiziell "Kendo" benannt, vorher waren Benennungen wie "Ken-Jutsu" oder "Gek-Ken" gebräuchlich. 1911 wird Kendo offiziell als Schulsport in Japan eingeführt.
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde Kendo in Japan durch die Alliierten verboten. 1951 fiel dieses Verbot, 1952 gründete sich die "All Japan Kendo Federation".
Das Ziel der Kendoka heute ist, die eigene Seele durch Disziplin und durch Kampfregeln zu erziehen und nicht, die Kampfregeln und das Schwert als Mittel zu benutzen, den Gegner zu besiegen oder gar zu vernichten. Kendo dient zur physischen und psychischen Schulung. Der Ehrgeiz, den man in das erlernen der Techniken investiert, orientiert sich zwar an erster Stelle am Sieg; parallel dazu wird jedoch dessen Sinn vielschichtig ergründet und reflektiert.
Während in den westlichen Sportarten der Sieg "von außen" bestimmt wird, kommt beim Kendo der Sieg aus dem Inneren des Kämpfers. Alleine den Gegner zu "treffen" ist nicht ausreichend. Wenn dieser Schlag nicht von der Überzeugung des Kendoka getragen war, nicht nach außen manifestiert wird durch "Kiai" und "Zan Shin", durch das Schreien und körperlichen Ausdruck, also nur "zufällig" erfolgte, ist dieser Treffer bedeutungslos. Bei einem Wettkampf würde er nicht gewertet. Kendo heute ist Sport, aber letztlich nicht nur das.
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Kendo wird von Männern, Frauen und Jugendlichen ausgeübt. Der Anteil der weiblichen Kendoka wächst stetig. Da Kendo in Deutschland - anders als in Japan - kein Schulsport ist, ist es bei uns schwer, Kindern und Jugendlichen Kendo näher zu bringen. Nicht zuletzt liegt dies aber wohl auch an dem geistigen Hintergrund, der "westlichen" Kindern kaum vermittelt werden kann. Dies ist sicherlich auch der Grund, dass gerade beim Kendo der Altersdurchschnitt relativ hoch ist. Dafür hat aber Kendo auch den Vorteil, dass man das "altersbedingte" Nachlassen von Schnelligkeit und Kondition mit Erfahrung und dem "Sehen" der Absichten des Gegners ausgleichen kann. Dies wird dem Betrachter von Kämpfen hochgraduierter japanischer Lehrer selbst im Alter von 70 Jahren und mehr immer wieder frappierend bewusst, die ihre jugendlichen Gegner ganz schön "alt" aussehen lassen. |
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